Die Landesmeisterschaften des NSV fanden vom 2. bis 5. Januar 2026 in Verden statt. Mit rund 266 Teilnehmer:innen war das Turnier ein echtes Highlight zum Jahresbeginn. Gespielt wurde in vier Gruppen – vom Meisterturnier bis zum C-Open. Die Stimmung war konzentriert, aber herzlich. Viele Partien wurden bis zur letzten Minute ausgekämpft.
Im Meisterturnier setzte sich FM Felix Hampel (HSK Lister Turm Hannover) durch. Mit einem halben Punkt Vorsprung sicherte er sich den Titel vor Johannes von Mettenheim. Den dritten Platz holte sich Edward Bundan, der in der Schlussrunde den VorjahressiegerFM Christian Polster bezwang. Dahinter folgten FM Tobias Vöge, Thore Meiwes und FM Nikita Nechitaylo.
Siegerehrung: Meisterturnier (Quelle: NSV) FM Felix Hampel ist Landesmeister 2026 und bekommt den Siegerpokal von Turnierleiter Dirk Rütemann überreicht. NSV-Präsident Michael S. Langer gratuliert (Quelle: NSV)
Auch das A-Open war spannend bis zum Schluss. Tobias Kügel gewann mit einem halben Punkt Vorsprung vor Kai Renner. CM Fabian Stotyn sicherte sich durch ein starkes Qualitätsopfer in der letzten Runde den dritten Platz. Beste Sonderpreisträger:innen: Laurentius Nguyen (unter DWZ 1900), Finn Schöne (U16), Dagmar Aden (beste Spielerin) und Siegfried Gottschalk (Senior).
Im B-Open triumphierte Stefan Kewe knapp vor Benjamin Luft und Nils Hapke. Petra Grabowski wurde Vierte. Sonderpreise gingen an Edwin Wachtel (unter DWZ 1600), Kylian Tanukusuma (U16), Finja Stelter (beste Spielerin) und Stefan Zucker (Senior).
Siegerehrung: B-Open (Quelle: NSV)
Siegerehrung: B-Open Sonderpreise (Quelle: NSV)
Siegerehrung: B-Open Sonderpreise
Im C-Open holte sich Immanuel Schäfer den ersten Platz. Daniel Yassa und Kaan Uz folgten auf den Rängen. Die Sonderpreise gingen an Felix Nie (unter DWZ 1100), Marten Rehn (U16), Enna Held (beste Spielerin) und Hartmut Kuipers (Senior).
Die diesjährige Landeseinzelmeisterschaft begann anders als die letzten Jahre, nämlich ohne die gewohnte Schnellschachmeisterschaft. Am 02. Januar wurde nämlich aufgrund der diesjährigen Kalenderterminierung bereits ein Tag nach Neujahr die klassische Landeseinzelmeisterschaft in Verden eröffnet, wobei einige der 266 Teilnehmer sichtlich Mühe hatten ihre „Silvesterpartie“ hinter sich zu lassen. Des Weiteren übernahmen dieses Jahr die Schiedsrichter der LEM sogar ein Element aus dem Fußball: Es wurden nämlich gelbe und rote Karten eingeführt, die Spieler bei Verletzung des Regelwerkes erhalten konnten. Trotzdem oder gerade deswegen verlief die LEM in dieser Hinsicht aber ruhig und ohne Protestfälle. Auch die Liveübertragung von 120 Brettern durch die SF Wilstermarsch hat wieder professionell und routiniert funktioniert.
Meisterturnier
Im Meisterturnier traf dieses Jahr das stärkste Teilnehmerfeld aller Zeiten aufeinander. Die ersten 15 Spieler nach Setzliste hatten alle eine Elo-Zahl von weit über 2200. Den Sieg davontragen konnte letztendlich der stark aufspielende FM Christian Polster (HSK Lister Turm). Ein Remis reichte ihm in der letzten Runde, um mit 5,5 Punkten und ungeschlagen seinen zweiten Landesmeistertitel zu erringen. Den zweiten Platz belegte Johannes von Mettenheim (HSK Lister Turm) mit ebenfalls 5,5 Punkten, jedoch der schlechteren Feinwertung. Dieser hatte sich mit beeindruckenden 3/3 im Endspurt an die Spitze gekämpft. Ebenfalls hervorzuheben ist die Leistung des 14-jährigen CM Nikita Nechitaylo (Schach-Drachen Isernhagen), der mit einer starken Performance mit 5 Punkten und guter Feinwertung den dritten Platz belegte und durch das Überschreiten der ELO-Grenze von 2300 den Titel des FIDE-Meisters (FM) erlangte. Hier geht es zu einem Extra-Artikel zu dieser starken Leistung. Nikita hatte in der Feinwertung die Nase vorn vor dem erfahrenen IM Markus Lammers (HSK Lister Turm), welcher das Turnier auf dem vierten Platz beendete. Auf den Plätzen 5 und 6 mit jeweils 4,5 Punkten folgten FMFelix Hampel(HSK Lister Turm) und FM Tobias Vöge (HSK Lister Turm).
Siegerehrung im Meisterturnier v.l.n.r.: Michael S. Langer (NSV-Präsident), CM Nikita Nechitaylo (3. Platz), FM Felix Hampel (5. Platz), FM Christian Polster (Landesmeister), FM Tobias Vöge (6. Platz), IM Markus Lammers (4. Platz), Johannes von Mettenheim (2. Platz), Dirk Rütemann (Schiedsrichter) (Quelle: Marc-Kevin Zehe)
A-Open
Auch im A-Open gab es ein enges Rennen, welches letztendlich CM Fabian Stotyn (SK Nordhorn-Blanke) in der letzten Runde durch eine sehenswerte Springerkombination für sich entscheiden konnte. Schon zuvor hatte er es geschafft gegen den Setzlistenersten FM Bernd Laubsch eine schwierige Stellung zu seinen Gunsten zu wenden und so einen wichtigen Sieg einzufahren. Aufgrund der besseren Feinwertung kommt er damit mit 6 Punkten auf den 1. Platz im A-Open. Zweiter mit ebenfalls 6 Punkten wurde Anton Weigand (SK Lehrte von 1919 e.V.),einen halben Punkt Vorsprung vor dem NSV-Geschäftsführer FM Bernd Laubsch (Post SV Uelzen) mit dem er sich in der letzten Runde auf ein Remis geeinigt hatte. Knapp dahinter landete CM Stefan Becker (SK Münster e.V.), welcher ebenfalls 5,5 Punkte auf sein Konto brachte. Auf den Plätzen 5-7, die für das Meisterturnier des nächsten Jahres qualifizieren (da der Viertplatzierte nicht für einen niedersächsischen Verein gemeldet ist), landeten die Jungtalente Edward Bundan (SV Osnabrück von 1919) und Marvin Kieselbach (SK Lehrte von 1919 e.V.), welche beide 5 Punkte erzielten sowie Jarno Scheffner (SK Nordhorn-Blanke).
Siegerehrung im A-Open v.l.n.r.: Michael S. Langer (NSV-Präsident), CM Stefan Becker (4. Platz), CM Fabian Stotyn (1. Platz), (davor) Edward Bundan (5. Platz), Anton Weigand (2. Platz), Marvin Kieselbach (6. Platz), Bernd Laubsch (3. Platz), Dirk Rütemann (Schiedsrichter) (Quelle: SKNB)
B-Open
Im B-Open konnte letztendlich – trotz seiner Niederlage in Runde 3 – Paavo Alexander Kräuter (SG Weiß-Blau Eilenriede) mit souveränen 6 Punkten triumphieren. Platz 2 mit 5,5 Punkten sicherte sich dank der besseren Feinwertung Anton Sammann (HSK Lister Turm) vor dem drittplatzierten Jarik Huth (SC Uetze-Hänigsen), welcher in der letzten Runde dem Sieger unterlag. Den vierten Platz mit ebenfalls 5,5 Punkten belegte Matthis Berkenkamp (SK Verden). Auf den fünften Platz mit 5 Punkten und der besseren dritten Feinwertung kam Nicolas Drews (SC Stadthagen).
Siegerehrung im B-Open v.l.n.r.: Michael S. Langer (NSV-Präsident), Matthis Berkenkamp (4. Platz), Jonathan Roßberg (6. Platz), Nicolas Drews (5.Platz) Paavo Alexander Kräuter (1. Platz), Jarik Huth (3. Platz), Anton Sammann (2. Platz), Dirk Rütemann (Schiedsrichter) (Quelle: Marc-Kevin Zehe)
C-Open
Anders als in den anderen Turnieren wurde das C-Open recht eindeutig entschieden. Der 10-jährige Keke Weßels (SC Aurich) triumphierte mit 6,5 Punkten und einem ganzen Zähler Vorsprung. Platz 2-5 brachten alle 5,5 Punkte auf ihr Konto und wurden lediglich durch die bessere Feinwertung getrennt. Dabei hatte Johanna Berger (SF Wilstermarsch & Itzehoe) die Nase vorne. Den dritten Platz belegte Michael Cordes (SC Läuferpaar Verden e.V.) vor Theodore-Batista Sanasi (SZENT Bemerode). Auf dem fünften Platz landete Justus Kulgemeyer (Hagener SV).
Siegerehrung im C-Open v.l.n.r.: Michael S. Langer (NSV-Präsident), Johanna Berger (2. Platz), Theodore-Batista Sanasi (4. Platz), Keke Weßels (1. Platz), Michael Cordes (3. Platz), Dirk Rütemann (Schiedsrichter) (Quelle: Marc-Kevin Zehe
Wir gratulieren allen Sieger:innen und freuen uns auf das nächste Jahr- sowie auf die LEM im Schnellschach, die noch dieses Jahr ausgetragen wird!
Nach einer starken Leistung im Meisterturnier konnte NSV Kaderspieler Nikita Nechitaylo erstmalig eine ELO-Zahl von über 2300 erreichen und kann sich damit den FM-Titel holen.
Nikita Nechitaylo (Quelle: privat)
In sieben Runden blieb Nikita mit drei Siegen und vier Remis ungeschlagen und erreichte zudem den dritten Platz im Meisterturnier der LEM 2025. Die Gewinnpartie in Runde 6 brachte ihn dabei im Liverating auf eine Elozahl von 2300, womit der FM-Titel gesichert war.
Dieses Jahr wird es für das Meisterturnier der LEM 2025 vorab wieder Spielerinterviews und während der LEM einen Livestream geben! Nico ist aufgrund seiner starken Form (unter anderem gewann er das Magdeburger Open) einer der Topfavoriten auf den Titel. 2023 konnte er das Meisterturnier bereits für sich entscheiden und auch dieses Jahr wird er mit einer Elo-Zahl von 2403 die Nummer 1 der Setzliste sein.
FM Nico Stelmaszyk beim Sieg des Magdeburger Open 2024 (Quelle: https://magdeburger-open.com/)
NSV:
Du hast 2023 das Meisterturnier bereits für dich entscheiden können. Was würdest du sagen ist damals der Schlüssel zum Erfolg gewesen?
FM Nico Stelmaszyk:
Das Meisterturnier 2023 startete damals nicht perfekt. Ich kam als Favorit sowohl in Runde 2 als auch 3 nicht über ein Remis hinaus. Doch war ich nicht der Einzige bei dem der Start nicht so gut lief, denn durch die Sveshnikov-Legende Philip Reimer, der in den ersten vier Runden ein sensationelles Turnier gespielt hat, haben viele Top-Spieler ebenfalls schon gut Punkte abgegeben. Mit dem wichtigen Sieg über Morra-Gambit-Profi David Riemay in Runde 6 konnte ich so damals meinen wichtigsten Turniersieg erringen.
NSV:
Seit dem Sieg hast du ordentlich an Elo gewonnen und neben sehr starken Turnieren auch die 2400er Marke geknackt. Wie würdest du sagen hat sich dein Schach in den letzten 2 Jahren entwickelt?
FM Nico Stelmaszyk:
In den letzten zwei Jahren habe ich versucht, mein Schach auf mehreren Ebenen weiterzuentwickeln. Besonders im Bereich der Eröffnungen habe ich viel Arbeit investiert, um meine Repertoirelücken zu schließen und flexibler auf unterschiedliche Gegner reagieren zu können. Zudem habe ich meinen Fokus auf dynamischere Stellungen gelegt, in denen ich meine Kreativität und mein taktisches Verständnis besser zur Geltung bringen kann. Gleichzeitig habe ich auch an meiner mentalen Stärke gearbeitet, was mir geholfen hat, in kritischen Momenten ruhiger und präziser zu bleiben. Das hat sich nicht nur in einer verbesserten Elo-Zahl, sondern auch in stärkeren Turnierleistungen gezeigt.
NSV:
Das Meisterturnier ist dieses Jahr deutlich stärker besetzt als die vergangenen Jahre. Welche der Spieler siehst du als deine Hauptkonkurrenten auf den Titel?
FM Nico Stelmaszyk:
Bei einem so breit aufgestellten Turnier hat meiner Meinung nach jeder in den Top 13 der Startrangliste eine realistische Chance oben mitzuspielen. Vor allem bei 7 Runden ist schon bei einer einzigen Niederlage ein Turniersieg sehr unwahrscheinlich. Oben mitspielen wird meiner Meinung nach aber vor allem Titelverteidiger und Katalanisch-Experte Landesmeister IM Dennes Abel.
Dieses Jahr wird es für das Meisterturnier der LEM 2025 vorab wieder Spielerinterviews und während der LEM einen Livestream geben! Christian ist ein ehemaliger Sieger des Meisterturniers. 2018 schaffte er es mit gerade einmal 17 Jahren den Titel zu gewinnen. In den letzten Jahren war er beim Meisterturnier ebenfalls vorne mit dabei, auch wenn er jeweils haarscharf die Top 5 verfehlte. Dieses Jahr liegt Christian mit einer Elo-Zahl von 2252 auf dem 12. Startrang.
FM Christian Polster (Quelle: Henning Lüders)
NSV:
Du hast 2018 das Meisterturnier bereits einmal gewonnen. Wie hast du das Turnier in Erinnerung?
FM Christian Polster:
Ich habe das Turnier sehr gut in Erinnerung! Gestartet bin ich damals als 1. der zweiten Hälfte und musste also in der 1. Runde gegen Jari Reuker ran. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich in der Partie die ganze Zeit nur auf Remis gespielt habe und dieses am Ende auch durch eine Art Festung bekam. Danach lief alles wie am Schnürchen. Ich glaube in der 5. Runde musste ich gegen Alexander Izraeliev spielen, der bis dahin mit einem halben Punkt führte. Durch den Sieg konnte ich mir dann in der letzten Runde ein schnelles Remis erlauben um den Turniersieg abzusichern. 6/7!
NSV:
Das Meisterturnier ist dieses Jahr stärker besetzt als jemals zuvor. Wie beeinflusst diese außergewöhnlich starke Konkurrenz deine Herangehensweise an das Turnier dieses Jahr.
FM Christian Polster:
Ich freue mich über ein stark besetztes Turnier – da gibt es mehr ELO zu holen 😉 Ansonsten beeinflusst das nicht großartig meine Vorbereitung. Ich werde bis das Turnier startet noch das ein oder andere Kapitel von meinen Chessable Kursen durcharbeiten und einige Durchläufe Puzzle Rush machen.
NSV:
Worauf wird es für dich im Turnier ankommen, damit du ähnlich gut wie 2018 abschneidest?
FM Christian Polster:
Für mich wird es wichtig sein in vielen Partien in Stellungen zu kommen die mir liegen. Das wird aus meiner Sicht besonders schwer mit Schwarz gegen die erfahrenen und bärenstarken Spieler wie IM Dennes Abel. Da werde ich etwas Glück brauchen. Wenn ich das Turnier gewinnen will geht es sowieso nicht ohne 🙂 Ansonsten ist es bei so einem Teilnehmerfeld sehr wichtig keine Partie zu verlieren, das wirft einen bei nur sieben Runden aus dem Rennen.
NSV:
Wer sind für dich die Favoriten auf den Titel?
FM Christian Polster:
Meine Favoriten sind Dennes Abel und Nico Stelmaszyk. Beides sind sehr solide Spieler, was ich bei dem Teilnehmerfeld für einen Vorteil halte. Zudem sind es natürlich auch einfach die ELO-stärksten. Ich sehe aber auch Chancen für die ganzen jungen Kaderspieler. Ich denke alle Spieler mit 2200+ haben zumindest eine kleine Chance das Turnier zu gewinnen.
Dieses Jahr wird es für das Meisterturnier der LEM 2025 vorab wieder Spielerinterviews und während der LEM einen Livestream geben! Justus ist mit seinen bisherigen fünf Teilnahmen am Meisterturnier gewissermaßen schon ein alter Hase und verfügt über viel Erfahrung als Spieler sowie als Trainer. In der Oberliga gilt er als wichtige Stütze für seinen Verein den Post SV Uelzen und auch gegen jüngere Spieler weiß er sich zu behaupten, wie er mit starker Leistung beim hervorragend besetzten Berlin U-25 Open gezeigt hat. Er wird im anstehenden Meisterturnier mit einer Elo-Zahl von 2228 (Setzliste Nr. 14) an den Start gehen.
Justus Bargsten (Quelle: Justus Bargsten)
NSV:
Das Meisterturnier ist dieses Jahr stärker besetzt als jemals zuvor. Wie beeinflusst diese außergewöhnlich starke Konkurrenz deine Herangehensweise an das Turnier?
CM Justus Bargsten:
Aktuell sieht es so aus als könnte ich in der zweiten Hälfte gesetzt sein. Das ist auch keine Situation die ich in so vielen Turnieren wiederfinde und natürlich spannend. Vor allem finde ich das Feld sehr ausgeglichen mit vielen Spielern vor denen ich großen Respekt (aber keine Angst) habe. Meine Herangehensweise wird sich denke ich nicht groß unterscheiden von anderen Turnieren. Ich versuche die Situation anzunehmen und mein bestes Schach zu spielen. Immerhin hatte ich für meine erste Qualifikation zum LEM-Meisterturnier die Bezirksmeisterschaft in Bezirk 4 aus der zweiten Hälfte gewonnen.
NSV:
Wer sind für dich dieses Jahr die Favoriten auf den Titel?
CM Justus Bargsten:
Wie schon gesagt halte ich das Feld für sehr ausgeglichen. Bei Nico und Dennes kann ich mir allerdings kaum ein Ergebnis außerhalb der obersten paar Plätze vorstellen, da sie beide konstant sind und immer ihre Punkte holen. Von Felix halte ich noch sehr viel in Sachen Konstanz und kann mich kaum an ein schlechtes Turnier von ihm erinnern und um zu sagen das die ganzen jungen Kaderspieler immer für eine Überraschung gut sind braucht man auch keine Glaskugel.
NSV:
Was ist dein Ziel für das Turnier?
CM Justus Bargsten:
Ich habe nach dem letzten Jahr etwas eine Rechnung mit dem Meisterturnier offen… Letztes Jahr habe ich absoluten Mist zusammengespielt. Begonnen mit einer Erstrundenniederlage bin ich von schlechter Partie zu schlechter Partie getrudelt. Dies würde ich dieses Jahr natürlich gerne vermeiden. Allgemein versuche ich grade meine Zahl etwas in Richtung der 2300er Marke für den FM-Titel zu hiefen und da ein paar Punkte hierfür zu sammeln wäre ganz nett.
NSV:
Worauf wird es für dich im Turnier ankommen, um dies zu erreichen?
CM Justus Bargsten:
Bei mir steht und fällt immer vieles mit meiner Genauigkeit beim Rechnen, dafür muss ich natürlich bis zum Turnierstart versuchen in eine gute Verfassung zu kommen, dafür spiele ich noch das Uhlenköper-Open in Uelzen. Und sonst glaube ich an die Worte meines Mannschaftskollegen Jacob: »Die beste Vorbereitung ist eine gute Mütze Schlaf.«
Das Meisterturnier der LEM 2025 verspricht einiges! Bei dem Turnier vom 02.-05.01.2025 in Verden werden drei Internationale Meister sowie sieben Fidemeister und insgesamt 18 Spieler über 2200 am Start sein. Insbesondere die Teilnahme von 12 der 15 Kaderspieler bringt das qualitativ beste Meisterturnier aller Zeiten.
Das von FM Nico Stelmaszyk und Titelverteidiger IM Dennes Abel angeführte Teilnehmerfeld kommt auf einen ELO-Schnitt von über 2200 – auch das ist Rekord. Die 28 Spieler konkurrieren um den Titel sowie der damit verbundenen Qualifikation zur deutschen Meisterschaft.
Siegerehrung Meisterturnier 2024 (Quelle: Sven Hagemann)
Wie auch im letzten Jahr werden alle Runden im Meisterturnier in einem Livestream übertragen. Neben der Kommentierung sind auch wieder Interviews mit den Spitzenspielern nach den Partien geplant. Gerne könnt ihr vorab schon die NSV-Kanäle (Twitch / Youtube) abonnieren, um während der Meisterschaft nichts zu verpassen.
Dieses Jahr wird es für das Meisterturnier der LEM 2025 vorab wieder Spielerinterviews und während der LEM einen Livestream geben! Markus ist seit 2011 Internationaler Meister und spielt beim HSK Lister Turm in der 2. Schachbundesliga. Er wird im anstehenden Meisterturnier mit einer Elo-Zahl von 2304 (Setzliste Nr.9) an den Start gehen.
IM Markus Lammers (Quelle: HSK Lister Turm)
NSV:
Du nimmst das erste Mal am Meisterturnier teil. Welche Erwartungen hast du an dich selbst bei deinem Debüt im stärksten niedersächsischen Meisterturnier aller Zeiten?
IM Markus Lammers:
Meine jüngsten Ergebnisse waren eher dürftig und dementsprechend hat sich auch mein Rating entwickelt. Insofern sollte ich die Erwartungen nicht allzu hoch ansetzen. Das ändert aber nichts daran, dass ich für gewöhnlich unabhängig vom Gegner jede Partie gewinnen will.
NSV:
Wer sind für dich die Favoriten? Wer könnte für eine Überraschung sorgen?
IM Markus Lammers:
Als Topfavoriten würde ich grundsätzlich immer die nach Setzliste vorne liegenden Spieler ansehen, zumal Dennes und Nico hier schon ein gewisses Polster auf das restliche Feld aufweisen. Potenzial für Turnierüberraschungen sehe ich vor allem bei den zahlreichen aufstrebenden Spielern in der Altersklasse U20. Mein Tipp wäre hier Jan Pubantz, der sich aktuell voll auf Schach konzentrieren kann und entsprechend aus dem Vollen schöpft.
NSV:
Ist es für dich eine besondere Motivation oder eine Herausforderung, dass du wahrscheinlich gegen viele deiner Mannschaftskollegen antreten wirst?
IM Markus Lammers:
Ich weiß, dass viele sich schwer damit tun. Für mich ist es reizvoll, sich im direkten Duell mit den Mannschaftskollegen zu messen.
NSV:
Denkst du, dass du durch deine langjährigen Erfahrungen in der 1. Bundesliga und 2. Bundesliga anderen starken Spielern mit weniger Erfahrung etwas voraus haben könntest?
IM Markus Lammers:
Sicherlich sind die Erfahrungen hilfreich, etwa um Souveränität und Zähigkeit in schwierigen Situationen zu zeigen. Zugleich könnte ich aber auch zahlreiche Aspekte nennen, bei denen andere Spieler im Vorteil sind. Insofern würde ich dem keine große Bedeutung beimessen.