DFMM der LV 2026: Bericht aus Niedersachsen
Sonntag, 7. Juni 2026 von Benjamin Löhnhardt
Die Deutsche Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände 2026 fanden vom 4. – 7. Juni 2026 in Braunfels. Unten ein Bericht von Ulla Hielscher.

Infos:
- Übersicht des DSB zur veranstaltung (inkl. Fotos)
- Ergebnisse
- Live-Bretter (Lichess)
Es war wieder Fronleichnam und somit Deutsche Frauen Mannschaftsmeisterschaften Zeit, die wie fast immer wieder in Braunfels stattfanden. Da mir die Anreise im letzten Jahr zu anstrengend war, verschaffte mir Germaine eine Mitfahrgelegenheit bei Sandra im Auto, so fuhren Sandra Lobe, Petra Grabowski und ich von Hildesheim aus mit dem Auto nach Braunfels.
Die Anreise nach Hildesheim mit der Bahn verlief ohne Probleme, es gab erstaunlicherweise weder Personen im Gleis, noch Vorbeilassen eines anderen Zuges noch Baustellen. Dagmar war schon einen Tag früher angereist und die anderen vier Spielerinnen fuhren die ganze Strecke mit dem Zug und hatten auch keine Probleme, vermutlich hatte die Bahn vergessen, die Strecke zu sanieren, aber wir müssen ja auch mal Glück haben.
Wir spielten mit folgender Mischung aus erfahrenen und starken jungen Spielerinnen:
- Madita Mönster
- Lara Kiesel
- Sandra Lobe
- Dagmar Aden
- Petra Grabowski
- Jiahui Zhang
- Gislain Zöllner
- Ulla Hielscher
Wir übernachteten mit mehreren anderen Landesverbänden im Schlosshotel, und zumindest hier verließ mich mein Glück, was irgendwie immer passiert, wenn ich für Niedersachsen in Sachen Schach unterwegs bin.
Wir bekamen jeweils 2 Schlüssel je Zimmer und solange ich mit Gislain zusammen war, ging alles gut. Aber als ich dann mal früher fertig war und aufs Zimmer wollte, bekam ich die Zimmertür mit meinem Schlüssel (ja, es gab echte Schlüssel) nicht geöffnet. Die Rezeptionistin meinte, das kann nicht sein und ich solle es nochmal versuchen. Nachdem ich dann die 2 Stockwerke mehrmals hoch und runter gelaufen bin (mit dazwischen liegenden Versuchen, den Schlüssel zu drehen) öffnete sie mir die Tür mit dem Generalschlüssel und meinte, das wäre ja seltsam, dass der Schlüssel wirklich nicht funktioniert. Nützte mir nicht viel, aber immerhin hatte ich ein kostenloses Fitness Programm.
In der ersten Runde spielten wir gegen Schleswig-Holstein, bei der Britta Leib am achten Brett spielte und ich somit zum gefühlten 100. Mal gegen sie spielen musste. Ich hatte eine sehr gute Stellung und musste sie nur noch nach Hause bringen, fand aber den einzigen Zug (von gefühlt 100 möglichen Zügen), der die Partie einzügig einstellte 🙁
An einem anderen Brett hatten wir Glück, dass die Gegnerin nicht die Dame opferte um dann mit 2 Springern Matt zu setzen, sondern etwas anderes spielte und die Partie dann Remis ausging. Am Ende reichte es aber nur zu einem 3,5 : 4,5 für uns,
Madita gewann, Dagmar verlor und Lara, Sandra, Petra, Jiahui und Gislain spielten Remis.
Am Abend gingen wir dann zu Tony („unserem“ Imbiss“) und stärkten uns für die Doppelrunde am Freitag.
In der zweiten Runde bekamen wir es mit Hamburg zu tun und ich durfte wieder einmal gegen Birte Zehner spielen. Bei Hamburg spielte auch Elke Zimmer aus dem Saarland mit, da es leider nicht geklappt hatte mit einer eigenen Mannschaft „Saarland und Friends“, so dass die beiden dann anwesenden Saarländerinnen kurzerhand 2 andere Mannschaften verstärkten (Hamburg und Rheinland-Pfalz). Leider war in meiner Partie irgendwann ganz unerklärlich ein Bauer weg, der nicht vom Brett fiel, sondern einfach gewonnen wurde und hinterher ging auch diese Partie verloren. Bei den anderen lief es auch nicht so gut, nur Gislain und Jiahui konnten gewinnen und Dagmar steuerte noch ein Remis bei. Da war noch Luft nach oben.
Und die kam in der dritten Runde, in der wir gegen Rheinland-Pfalz spielen durften.
Hier stellte ich dann sogar 2 Bauern ein, aber ich war dann so sauer auf mich selber, dass ich fiese Fallen aufstellte und in eine lief meine Gegnerin dann Gottseidank rein. Madita und Jiahui konnten auch gewinnen und alle anderen spielten Remis, so dass wir ungeschlagen mit 5,5 : 2,5 das erste Mal gewinnen konnten!
Das feierten wir mit einem weiteren Essen bei Tony allerdings jeder mit einem anderen Gericht. Spätabends hatten wir dann noch Zeit, uns auf unsere nächsten Gegnerinnen aus Baden vorzubereiten, was dann bei Gislain und mir so aussah, dass Gislain ohne Kopfhörer, die sie leider vergessen hatte und ich mit Kopfhörern uns auf verschiedene Eröffnungen vorbereiteten, so dass ich sowohl die Kommentare meiner Vorbereitung als auch die Kommentare von Gislains Vorbereitung hörte.
Das hat aber nicht geschadet, denn am Samstag, wo die Runde erst um 10:30 anfing, da es nur eine gab, spielte ich meine wohl kürzeste Partie und gewann nach 5 Zügen! Lara gewann mit dem Läuferpaar gegen das Springerpaar und auch Gislain konnte gewinnen, Petra, Jiahui und Dagmar steuerten ein Remis bei, so dass wir schon wieder 2 Mannschaftspunkte holten!
Am Samstagabend war dann ein gemeinsamer Abend mit allen Mannschaften und Pizza geplant, leider waren aber nur die Schiedsrichter, die Braunfelser Schachfreunde und 2 Mannschaften (wir und eine andere) anwesend, aber wir hatten trotzdem einen schönen Abend.
Am Sonntag fand schon die letzte Runde statt und wir durften mit 4 Mannschaftspunkten gegen die dominierende Mannschaft Sachsen-Anhalt mit 8 Mannschaftspunkten an Tisch 1 spielen! Wir bereiteten uns wieder gut vor und schafften es doch tatsächlich 2,5 Brettpunkte zu holen. Besonders hervorzuheben ist hier der Sieg von Jiahui gegen eine 200 Punkte stärkere Gegnerin, die sich am Ende noch Dame gegen Springer hat zeigen lassen.
Somit gewann Sachsen-Anhalt das Turnier souverän mit 10:0 Mannschaftspunkten gefolgt von NRW und Bayern mit jeweils 7:3 Mannschaftspunkten. Erwähnenswert noch, dass Bayern gegen Sachsen-Anhalt mit 0,5 : 7,5 verlor, d.h. wenn das Turnier noch länger gedauert hätte, hätten wir Bayern überholt :-). Da es aber nur 5 Runden gab, landeten wir auf dem 8. Platz, gesetzt waren wir an 11, also haben wir über unseren Erwartungen gespielt.
Gislain holte sich noch den Brettpreis für Brett 7 (3,5 aus 5) und Jiahui (mit 4! aus 5) wurde zweitbeste an Brett 6, da die andere Spielerin mit 4 aus 5 eine etwas bessere Performance hatte. Das zeigt, dass wir ganz gut mithalten konnten, aber vorne waren die anderen Mannschaften einfach besser besetzt.
Die Schachfreunde Braunfels haben wieder für beste Spielbedingungen gesorgt, es gab kostenlos Wasser, Kaffee und Tee, der Kuchen war günstig und die Räumlichkeiten super. Vielen Dank an die Schachfreunde und die Stadt Braunfels!
Die Rückreise verlief auch wieder problemlos, jedenfalls habe ich nichts Gegenteiliges gehört.
Uns hat es wieder viel Spaß gemacht.
Nach Informationen von: Ulla Hielscher
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