Niedersächsischer
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Moradiabadi trotzt dem Jetlag (Niedersachsen Masters, Runde 3)
Sonntag, 17. November 2024 von Conrad Schormann

Die dritte Runde brachte die erste Partie zwischen Großmeistern. Der Vergleich zwischen Tabellenführer Peter Prohaszka und Vladimir Baklan endete nach wenig aufregendem Verlauf mit einem frühen Remisschluss in ausgeglichener Stellung. Damit hat Prohaszka erstmals im Turnier nicht gewonnen und dadurch die alleinige Führung eingebüßt. Elshan Moradiabadi nutzte die Gelegenheit aufzuschließen. Diese beiden führen jetzt das Feld mit 2,5 Punkten an. In der vierten Runde am Montag ab 9 Uhr treffen sie aufeinander. 

Die Ergebnisse der dritten Runde

Der Sieg Moradiabadis, der erfolgreich dem Jetlag trotzt, bedeutet für den blitzgestarteten Daniel Kopylov die erste Niederlage des Turniers. Danach hatte es lange nicht ausgesehen. Kopylov stibitzte ausgangs der Eröffnung einen Bauern, zwischenzeitlich gar zwei, für die der US-Großmeister allenfalls vage Kompensation anmelden konnte. Aber während Moradiabadi seine Kräfte immer besser ins Spiel brachte, fand Kopylov weder Koordination noch eigene Möglichkeiten. Schließlich erlag er dem in der Luft liegenden Überfall. 

Kein Grund, skeptisch zu gucken: Elshan Moradiabadi, Tabellenführer. | Foto: Henning Lüders


26.Sg5+ war nur ein Strohfeuer. Nach 26…Sxg5 nebst …Txf2 ist es aus.

Yuryi Kuzubov, Kopylovs Opfer aus der ersten Runde, hat mit seinem zweiten Sieg seine Aufholjagd eingeläutet und noch dazu gegen Dennes Abel den Zug der dritten Runde aufs Brett gestellt. In der zweiten Weißpartie in Folge vermochte Abel mit den weißen Steinen nichts herauszuholen. Er geriet in einen Königsangriff, den Kuzubov mit 27…Dg3! Nebst Matt in 7 krönte. 

27…Dg3!, der Zug der Runde

Georg Meier verpasste die Gelegenheit, mit den Tabellenführern gleichzuziehen. Mit den weißen Steinen kam Meier gegen NSV-Talent Giorgi Giorgadze nicht über einen halben Punkt hinaus, obwohl ihm sein Katalane wie in der Partie gegen Hussain Besou wieder gute Dienste zu leisten schien. Aber in dieser Partie brach Meier nicht durch, fand nicht immer den präzisesten Zug, während Giorgadze sich zäh und letztlich erfolgreich verteidigte. 

Eröffnung nicht gut gelaufen, trotzdem die Partie gegen Georg Meier gehalten: Giorgi Giorgadze, 2,5/3, trifft jetzt auf Daniel Kopylov. | Foto: Henning Lüders

Den Coup der dritten Runde landete Mykola Korchynskyi gegen Großmeister Andrey Sumets. Gegen das zu ambitionierte Vorgehen von Sumets landete Korchynskyi einen Konter. Aus den folgenden Schwierigkeiten vermochte sich Sumets nicht zu befreien. Zum Schluss gab Korchynskyi kühl seine Mehrfigur zurück, um die Partie in ein gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln. 

27.g4? lief in den Konter 27…e4!, nach dem Schwarz am Drücker war.

Als einer der NSV-Trainer besteht Zahar Efimenkos Auftrag darin, die niedersächsischen Kaderspieler besser zu machen. Im Niedersachsen Masters macht er bislang deren Elozahl besser. Das Drittrunden-Unentschieden gegen Torben Knüdel markiert das dritte Unentschieden des Großmeisters in Folge gegen einen Spieler des NSV-Kaders. 

Zahar Efimenko (rechts) versorgt den NSV-Kader mit Elo, Yuriy Kuzubov (links) hat sich von seiner Auftaktschlappe erholt. | Foto: Conrad Schormann

Unglücksrabe der dritten Runde ist Sarah Papp. Gegen Felix Hampel spielte sie eine ambitioniert vorgetragene Angriffspartie, erkämpfte sich entscheidenden Vorteil, aber strauchelte im taktischen Durcheinander. Unglücklich wird auch Nikita Nechitaylo den Turniersaal verlassen haben. Im Duell der 14-Jährigen entglitt ihm seine Partie gegen Hussain Besou. Nechitaylo bleibt vorerst bei null Punkten, Besou meldet sich zurück im Turnier. 

30…Tg6! wäre der Ausknipser gewesen. 31.Dxd7 scheitert an 31…Sxh3+ 32.Kh1 Tg1#.

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