Niedersächsischer
Schachverband
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Schach in Barnstorf!
Mittwoch, 4. Juli 2007 von Archiv

Im Landkreis Diepholz gibt es 9 Schachvereine, die in 4 Ligen spielen, die nie aufeinandertreffen.
Sie spielen in Bremen, in den niedersächsichen Schachbezirken 1 (Hannover) und 5 (Oldenburg-Ostfriesland) und im NRW-Schachbezirk Porta.

Die Offene Diepholzer Kreismeisterschaft brachte sie alle in Barnstorf in einem Turniersaal zusammen. Hinzu kamen einige Schulschachmannschaften, also reine Amateure, und Schachfreunde aus den Nachbarbezirken, ohne die ein Schachturnier in der Region ohnehin schlecht denkbar wäre. Und schließlich kamen noch einige unerwartete, weil weitangereist, aber umso herzlicher begrüßte Gäste.

Das klingt nach vielen Schachspielern? Es waren viele – für einen neuen Ort auf der Schach-Landkarte wie Barnstorf sogar sehr viele!.80 SpielerInnen hatten sich am 1. Juli 2007 auf ein Schnellschach-Turnier im Dreier-Mannschaftsmodus eingelassen.

Nach Informationen von Dr. Olaf R. Spittel Noch mehr Infos hier und Ich gebe zu: es war ein Experiment. Sowohl die Bildung von Dreier-Mannschaften, aber auch die gezielte Einladung an Schulschachmannschaften, die doch gegen Mannschaften aus einem laufenden Tuenierspielbetrieb kaum eine Chance haben.

Und schließlich stand da noch in der Einladung: kein Startgeld – keine Preise. Damit kann man keinen Großmeister hinter dem Ofen hervorlocken. Nun, das vielleicht nicht, aber doch viele, zum Teil sehr spielstarke Spieler (wozu zwei FIDE-Meister wohl zu rechnen sind), denen die Freude am Spiel wichtiger war, als die Möglichkeit, einen Geldpreis nach Hause zu nehmen.

Und dann hatten sich einige Vereine getraut, eben nicht mit den ersten Drei ins Rennen zu gehen, sondern viele junge Schachfreunde mit nach Barnstorf zu bringen, für die Lernen und Spaßhaben im Vordergrund standen. Mit solch einer Motivation und Begeisterung konnte es für die Schachgesellschaft Barnstorf keine Probleme geben, obwohl sie als Turnierausrichter noch ziemlich neu ist und auch noch einige Erfahrungen sammeln muß.

Das Motto der FIDE gens una summus – wir sind eine Familie – ist dem Profischach längst abhanden gekommen, hier aber trifft es tatsächlich zu. (Ein Grund für mich zu empfehlen, den Blick zumindest in Deutschland doch mehr dorthin zu richten, wo Schach aus Leidenschaft und mit Liebe betrieben wird.)

Es waren 26 Mannschaften, die nicht vergessen ließen, daß Schach auch Sport ist und um den Sieg hart gekämpft werden muß. Auf der Ziellinie hatte die Mannschaft Vechta 1 die Nase vorn, die Sulingen 1 knapp mit 2:1 schlagen konnte. Ausgerechnet hier konnte der nervenstarke Alt-Vechteraner Jürgen Zurborg seine Siegesserie nicht fortsetzen und unterlag Dr. Manfred Baar. "Ich will gern verlieren, wenn die anderen in meiner Mannschaft gewinnen", meinte er vor der Partie. Und Christoph Rauber und Martin Vehmeyer schienen dies gehört zu haben, was den Turniersieg für Vechta 1 bedeutete.

Im Fernduell um den Sieg verpaßte Ströhen 3 eine kleine Sensation. und unterlag TuS Varrel 1 mit Fred Hedke am Spitzenbrett (gegen die 450-DWZ-Punkte-Differenz stemmte sich Udo Hasenberg vergeblich) durch ein ebenso knappes 1:2, wodurch sie auf den vierten Gesamtrang zurückrutschten. Der "Profischachladen Berlin" stoppte parallel eine erstaunliche Turnierleistung von Vechta 2, bei denen Manfred Kolhoff mit 6 aus 7 Punkten gegen weitaus stärkere Gegner eine Glanzleistung hinlegte. Bei einer DWZ von 1501 kam er auf eine Turnier-Performance von 1975. (Ein gutes Argument für die Einführung einer Schnellschach-DWZ, denke ich.)

Vor der Schlußrunde erzählte mir einer der vielen Neubruchhausener Nachwuchspieler, er habe bisher alles gewonnen. Nach der Runde war ich doch sehr überrascht zu sehen, daß er dies immer noch behaupten konnte. Moritz L’Hoest hatte in der Mannschaft Neubruchhausen B an Brett 3 das Kunststück fertiggebracht, mit einem 100-%-Ergebnis bester Spieler des Turniers zu werden. Er hat (noch) die bescheidene DWZ von 838 und ist 12 Jahre alt.

Noch mehr Erfreuliches vom Nachwuchs? Bitte sehr! Aus Wildeshausen reisten mit Spartak Grigorian,und Julien Duchow zwei amtierende niedersächsische Jugendmannschaftsmeister der U10-Klasse an; Spartak kam beinahe geradewegs aus Willingen, von den Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften. Problemlos hätten diese beiden spielstarken Jugen ihr gutes Abschneiden durch einen gleich starken "dritten Mann" noch verbessern können. Doch sie zogen es vor, mit Spartaks Schwester, Hajarpi Grigorian, ins Rennen zu gehen, die tapfer gegen eine DWZ-Übermacht von mehr als 600 Punkten ankämpfte und dennoch sichtlich Spaß an der Sache hatte.

Was muß noch gesagt werden? So viel. Wildeshausen versorgte uns mit Spielmaterial, der Diepholzer Landrat stiftete einen Wanderpokal von gigantischen Ausmaßes (der in die Hände von Sulingen 1 überging), Bremer Spieler kämpften sich unverzagt durch Barnstorfer Ortsumleitungen – und landeten dank eines Druckfehlers in der Bremer Rochade nicht am Ratshaus, sondern am Rathaus. Die Mannern des Profischachladen Berlin ließen sich durch drohende Bahnstreiks nicht abhalten, nach Barnstorf zu fahren (nachdem Werde Bremen sein Turnier wegen mangelnder Beteiligung abgesagt hatte). Die starke Zweiermannschaft der Schachfreunde Hannover mit Jürgen Schulz und Michael Gründer hätte bei entsprechender Komplettierung wohl locker um dem Turniersieg spielen können, nahm aber die Reduzierung ihrer Chancen durch einen fehlenden Spieler unglaublich souverän hin. Die "Men in Black" aus Wildeshausen bauten ihren Senior-Spieler Günter Engelmann in die Mannschaft ein – der wiederum zeigte, daß Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist. Die "Mannschaft" des Rasthauses Barnstorf unter dem Küchen-Kommando von Volker Scharfscheer investierte Freizeit, um uns Schachspielern ein gutes Turnier zu ermöglichen.

Und schließlich will ich alle Schach-Amateure erwähnen, die, wie die Mannschaft der Barnstorfer Hülsmeyer-Schule, Runde um Runde unverzagt gegen die "Profis" ins Rennen gingen, obwohl sie um die Größe ihrer Siegchancen wußten. Wir sollten auch einmal diesen Mut zur Niederlage würdigen.

Dr. Olaf R. Spittel, Schachgesellschaft Barnstorf

Turniersieger wurde Vechta 1 (Jürgen Zurborg, 2115, Christoph Rauber, 1785, Thomas Vehmeyer, 1742) vor Profischachladen Berlin (Ralf-Axel Simon, 2196, Thomas Spiess, 1879, Michael Hoffmann, 1881) und TuS Varrel 1(Fred Hedke, 2234, Manfred Hedke, 1763, Andree Stürken, 1639)
Den Wanderpokal für die beste Mannschaft des Landkreises Diepholz und damit den Titel des "Diepholzer Mannschaftsmeisters im Dreier-Schnellschach 2007" erhielt für das Jahr 2007 Sulingen 1 (Manfred,Dr Baar,. 1928, Nedzad Dervisevic, 1789, Viktor Jurtajev,1554)

Die besten Einzelspieler waren:
insgesamt mit 7 aus 7 Moritz L’Hoest (Neubruchhausen B),
am Brett 1 mit 6 aus 7: Elmar Kastens (Drei minus eins) und Volker Brandt (Neubruchhausen C),
am Brett 2: mit 6 aus 7: MichaelGründer (Schachfreunde Hannover), Manfred Kolhoff (Vechta 2) und Dominik Alfke, (Neubruchhausen A),
am Brett 3 mit 7 aus 7: Moritz L’Hoest (Neubruchhausen B).
Ebenfalls 6 Punkte aus 7 Spielen erzielten Michael Hoffmann (Profischachladen Berlin) und Frank Höppner (Ströhen 3), beide an Brett 3.

Den größten DWZ-Gewinn könnten verbuchen (falls das Turnier ausgewertet werden würde): Spartak Grigorian (D & G Wildeshausen) + 142, Manfred Kolhoff (Vechta 2) + 105, Julien Duchow (D & G Wildeshausen) + 92, Satenik Grigorian (Tripelbauer – Wildeshausen) + 87, Juri Reimers (SK Bremen-West 2) + 81 und Lettmann,Pascal (Barnstorf 1) + 76.
Die beste DWZ-Performance erzielten:
Jürgen Zurborg, Vechta 1 (2095)
FM Fred Hedke,Fred, TuS Varrel 1 (2027),
Manfred Kolhoff,Vechta 2 (1975)
FM Ralf-Axel Simon, Profischachladen – Berlin (1953)
Die besten Damen im Feld waren:
Frauke Lübbering, Neubruchhausen A (4 Punkte)
Tamara Henke, Neubruchhausen C (3 Punkte)
Satenik Grigorian, Tripelbauer Wildeshausen (4 Punkte)
Hajarpi Grigorian, D & G – Wildeshausen 3 (1 Punkt)

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