Niedersächsischer
Schachverband
Gefördert durch:
IM-Turnier in Hamburg
Dienstag, 17. Oktober 2006 von Archiv

IM-Turnier – Zehn Jahre HSK Schachzentrum
in Kooperation mit dem Niedersächsischen Schachverband

3. Runde: Doch nicht so sturmfest?

Michael Gründer, Webmaster des Niedersächsischen Schachverbandes und zu Besuch in Hamburg, träumte schon vom Tag der Niedersachsen, aber Frank Sawatzki sah in seiner Partie gegen Martin Breutigam seinen Sb6 (der neben dem anderen auf a6 stand) doppelt: Er glaubte ihn nach seinem Springeropfer auf d5 noch einmal – gewissermaßen als Taschenspringer – einsetzen zu dürfen, doch das Feld b6 war leer und die g-Linie für den weißen Königsangriff offen.

Also ersparte er seinem König, „von des Henkers Hand“ zu fallen, und erfuhr bei der gemeinsamen Analyse, dass Martin just zu dieser Variante mal eine CD gemacht hat…

17…Sxd5? Diesen geopferten Springer glaubte Frank in seiner Vorausberechnung noch (einmal) auf b6 zu haben … [17…fxe4 ist der Vorschlag von Fritz, der die spannende Partie wohl im Gleichgewicht hält: 18.Dxe4 Sxc4 19.Ld3 Dh5 20.Dxc4 Dxf3 21.Le3 Df6 22.De4 (22.Sc3) 22…Lf5 23.Dxf5 Dxf5 24.Lxf5 Txf5 25.Sxa7=] 18.Dxd5 Lc6 19.Dd2 fxe4 20.Lh6 1–0 Als die niedersächsische Eiche fiel, hatten sich unsere beiden Dänen längst gemeinsam zur Ruhe begeben, um mit ihrem Gastgeber Christoph Engelbert einen schönen Fußballabend zu genießen, mit uns hoffend auf einen HSV-Sieg.

Jens-Ove hatte mir vorher schon entschuldigend erklärt, dass Klaus und er als alte gute Freunde immer Remis spielen. Dabei hat er nicht verraten, ob sie’s immer auf dieselbe Weise tun, aber vermuten wir mal, dass sie auch andere Wege kennen als die pure Symmetrie, die sie heute suchten und zielsicher fanden: Fries-Nielsen,Jens-Ove (2380) – Berg,Klaus (2392) 1.Sf3 Sf6 2.g3 g6 3.Lg2 Lg7 4.0–0 0–0 5.d4 c6 6.c4 d5 7.cxd5 cxd5 8.Sc3 Sc6 (=) ½–½

Evgueni Chevelevitch fand gegen Dennes Abels Sveshnikov nicht wirklich ein Rezept, aber vielleicht ist meine Idee, er hätte konsequent auf dem Königsflügel spielen sollen, nur das, was mir immer einfällt, statt eine echte Lösung für die Stellung, die nach einigen Abtauschmanövern verflachte. Dennoch hat Evgueni mit 1 aus 3 auch nach seiner Niederlage in der 2. Runde noch Chancen auf seine zweite IM-Norm, allerdings wird er vier Partien gewinnen müssen – im Gegensatz zu Dennes, der nach drei Remisen nur drei Gewinnpartien braucht, vorausgesetzt, er verliert nicht.

Dramatisch war die Zeitnotphase in der Partie zwischen Sven Bakker und Michael Kopylov, der ein paar Züge lang gegen die Vorschrift nicht mitgeschrieben und so ein wenig Zeit gespart hatte. Doch Sven hatte nach einem verfehlten Turmtausch nicht nur die aktiveren Figuren, sondern auch einen Mehrbauern, der schnell zum Freibauern wurde und nicht mehr zu halten war. Der auf h8 eingesperrte schwarze König, Ergebnis von Svens druckvollem Angriff aus Eröffnung heraus, konnte nicht mehr eingreifen, so dass auch Sven nach zwei Auftaktniederlagen wieder im Turnier ist.

Nach dem letzten Zug 27.Tf4 gewinnt Weiß mindestens den geopferten Bauern zurück, doch nach dem verfehlten Turmtausch entscheidet die schlechte Stellung des schwarzen Königs zugunsten von Weiß: 27…Txf4? [27…Th1] 28.exf4 Sg6 29.Ke3 Tf8 30.Th2 Sxf4 31.Txh7+ Kg8 32.Txc7 Sg2+ 33.Kxe4 Tf4+ 34.Kd3 b5 35.b3 bxc4+ 36.bxc4 a5 37.Se6 Tf2 38.a4 Ta2 39.c5 Se1+ 40.Kc3 Ta3+ 41.Kb2 Td3 42.cxd6 Txd5 43.d7 Sd3+ 44.Kc3 Sb4 45.Tc8+ 1–0

Während Wolfgang Pajeken noch in einem langen Endspiel (s.u.) noch um den Sieg gegen Stefan Breuer kämpfte, avancierte Sven Bakker schon zum Klassiker: In Merijn van Delfts Training "Lernen von den Klassikern" kommentierte er seinen Endspielsieg, den der Trainingskreis vorher miterlebt hatte.

… aber ziemlich erdverwachsen

Wolfgang Pajeken erreichte ein Endspiel mit dem besseren Springer gegen Stefan Breuers schlechteren Läufer und musste lange arbeiten, ehe er den schwarzen König von den gefährdeten Schollen verdrängen konnte, denn Stefan opferte geschickt einen Bauern, um den Raum zu behaupten und die Verteidigungsmöglichkeiten seines Läufers zu steigern. Doch auch nach dem Bauerngewinn gab es erneut einen langen Stellungskampf, bevor Wolfgang dank taktischer Drohungen einen Freibauern bilden konnte, ohne ihn gleich wieder zu verlieren. Das Lavieren ging weiter, bevor der Bauer gefahrlos bis d5, d6 vorrücken konnte, bevor er schließlich auf d7 das Opfer des Läufers erzwang. Mit dem Opfer seines Springers leitete Wolfgang dann in ein gewonnenes Bauernendspiel über, das sich Stefan nicht mehr zeigen ließ. Ein instruktives Endspiel: Der A-Trainer produziert didaktisches Material und spielt sich nach drei Runden an die Tabellenspitze!

Pajeken,Wolfgang (2360) – Breuer,Stefan (2330)

Diagramm nach 30.Sf4: 30…Kf8 31.g4 Ke7 32.Sd3 Le8 33.h4 Lg6 34.Se5 Lb1 35.a3 Lc2 36.g5 hxg5 37.hxg5 Ld1 38.Kg3 Lh5 39.Sd3 Kf7 40.Kf4 Le2 41.Se5+ Ke7 42.Kg3 Lh5 43.Kf2 Kd8 44.Ke1 Kc7 45.Kd2 Le8 46.Kc3 Lh5 47.Kb4 Le8 48.Ka5 Lh5 49.Sd3 Le2 50.Sf4 Lg4 51.b3 Kc8 52.Kb6 Kb8 Diagramm

53.Sg6 Kc8 54.Se5 Lh5 55.b4 Kb8 56.a4 Kc8 57.Sd3 Ld1 58.Sf4 Lg4 59.Sd3 Ld1 60.Se5 Lh5 61.b5 cxb5 62.axb5 axb5 63.Kxb5 Kc7 64.Ka5 Le2 65.Sf7 Ld3 66.Se5 Le2 67.Sg6 Lh5 68.Sf4 Lg4 69.Kb5 Lf5 70.Sh5 Ld3+ 71.Ka5 g6 72.Sf4 Le4 73.Sxe6+ Kd7 74.Sf4 Kc6 75.Se2 Ld3 76.Sc3 Lf1 77.Sa4 Ld3 78.Sc3 Lf1 79.Sa2 Lc4 80.Sb4+ Kc7 81.Sc2 Ld3 82.Se1 Le4 83.Kb5 Lf5 84.Sf3 Ld3+ 85.Ka5 Lc2 86.Sg1 Kc6 87.Sh3 Lf5 88.Sf2 Kc7 89.Kb5 Ld7+ 90.Kb4 Lf5 91.Kc3 Kd7 92.Sd3 Le4 93.Sf4 Kc6 94.Kd2 Kd7 95.Ke2 Kc6 96.Kf2 b6 Diagramm

97.cxb6 Kxb6 98.Se2 Kc6 99.Sc3 Ld3 100.Kf3 Kd6 101.Kf4 Ke6 102.Sa4 Lc2 103.Sc5+ Kd6 104.Kf3 Kc6 105.Kg4 Kd6 106.Kf4 Lb1 107.e4 dxe4 108.Sxe4+ Ke6 109.d5+ Ke7 110.Ke5 Lc2 111.Sf6 La4 112.d6+ Kf7 113.Sg4 Ld7 114.Se3 Lc6 115.Sd5 La4 116.Sf4 Lc6 117.Kd4 Ld7 118.Sd3 Lf5 119.Sc5 Lh3 120.Sd3 Diagramm

120…Ke8 121.Kd5 Kd8 122.Sc5 Ke8 123.Kc6 Kd8 124.d7 Ke7 125.Kc7 Lxd7 126.Sxd7 Ke6 127.Sf8+ Kf7 128.Kd7 1–0

Nach einem Bericht von Christian Zickelbein

Noch mehr Infos und Partien auf www.hsk1830.de links unter ‚IM-Turnier 2006‘

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